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07.10.2026

Persönliche Erinnerungen an die Wiedervereinigung: bewegender Vortrag zum Tag der Deutschen Einheit

Mit einem sehr persönlichen Vortrag nahm unsere Ehrenamtliche Hanne die Bewohnerinnen und Bewohner von Haus am See mit auf eine Zeitreise in die Monate und Jahre rund um die deutsche Wiedervereinigung.

Mit einem sehr persönlichen Vortrag nahm unsere Ehrenamtliche Hanne die Bewohnerinnen und Bewohner von Haus am See mit auf eine Zeitreise in die Monate und Jahre rund um die deutsche Wiedervereinigung. Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit erzählte sie von ihrer Flucht aus der DDR, dem Neuanfang im Saarland und den Herausforderungen, die sie und ihre Familie dabei bewältigen mussten.


„Ich habe den Koffer mehrmals ein- und ausgepackt“, erinnerte sich unsere Ehrenamtliche Hanne. Ursprünglich wollte sie im Oktober 1989 mit ihrer Familie über Ungarn nach Westdeutschland fliehen. Doch das Auto ging kaputt. Dann kam der 9. November: „Wir schauten abends die Nachrichten. Die Grenzen waren auf. Und dann haben wir Panik gekriegt.“ In aller Eile bat sie ihre Kinder, ihr Lieblingsspielzeug einzupacken – und niemandem von den Fluchtplänen zu erzählen. Von ihren Eltern und Freunden konnte sich die Familie nicht verabschieden. Lange hatten sie geglaubt, die Grenze könnte jederzeit wieder geschlossen werden. Mit einem Sonderzug reisten sie schließlich in den Westen und weiter zu Verwandten in den Landkreis St. Wendel. Für ihre Eltern brach eine Welt zusammen, als sie erfuhren, dass die Familie fort war.


Der Neuanfang im Saarland war nicht leicht. Hannes Tochter war damals 14 Jahre alt, ihr Sohn 11. Die Wohnungssuche stellte die Familie vor große Schwierigkeiten, und auch beruflich begegneten ihnen Vorurteile gegenüber Menschen aus der DDR. Ihre Ehe scheiterte kurze Zeit später. Mit 39 Jahren stand sie allein mit ihren Kindern da. Doch sie gab nicht auf: Sie machte ihren Führerschein, bildete sich im EDV-Bereich weiter und arbeitete Vollzeit in einem Büro als Sekretärin. „Ich habe für uns drei gekämpft. Das hat uns unheimlich zusammengeschweißt“, sagte sie. Später holte sie auch ihre Eltern zu sich und pflegte sie.


Rückblickend ist die mittlerweile 73-Jährige heute sehr froh darüber, wie sich ihr Leben entwickelt hat. Trotz aller Schwierigkeiten sei sie dankbar für den gemeinsamen Weg mit ihren Kindern und für das Leben, das sie sich im "Westen" aufgebaut hat.


Auch eine Bewohnerin, Frau F., teilte ihre Erinnerungen: Die gebürtige Leipzigerin reiste ebenfalls am 11. November 1989 aus und kam wie Hannes Familie mit dem Zug um 11.11 Uhr in Türkismühle an. Beim Zuhören und Erzählen wurden die Erinnerungen für beide Frauen spürbar – und die Augen feucht.


Die Zeit verging viel zu schnell für all die Geschichten. „Es war super interessant. Vielen Dank, dass du dir die Zeit heute genommen hast“, fassten die Seniorinnen und Senioren den Vormittag zusammen. Bei Knusperflocken und Rotkäppchen-Sekt wurde der Feiertag zu einer eindrucksvollen Begegnung mit persönlichen Erinnerungen an die deutsche Teilung und Wiedervereinigung.

 

 

Caritas Seniorenzentrum Haus am See Zur Altenheimstätte, 66625 Nohfelden - Neunkirchen/Nahe 0 68 52 / 908-0 info@haus-am-see.de
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